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Im Jahr 1988 bildete sich in Salzkotten der Arbeitskreis Juden in Salzkotten,
dessen Mitglieder sich für die Zeit und die Ereignisse interessierten, die ansonsten in der Heimatgeschichte in der Regel nicht vorkamen.
Bislang war wenig über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung Salzkottens bekannt, ebenso gab es wenige Berichte über
die Reichspogromnacht in Salzkotten und die Verfolgung und Deportation der Salzkottener Juden.
Anläßlich des 50. Jahrestages der Reichspogromnacht vom 09./10.11.1938 wurde die Dokumentation ... verfolgt,
verjagt, deportiert. Juden in Salzkotten 1933 - 1942 veröffentlicht. Begleitend wurde eine Ausstellung im Rathaus der Stadt Salzkotten zum gleichen Thema erarbeitet und durchgeführt.
Im Jahr 1991 gründeten die Mitglieder des Arbeitskreises den Verein Judentum in Salzkotten e.V. Er ist eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichtes Paderborn und als gemeinnützig anerkannt.
In seiner Satzung heißt es:
Das jüdische Leben in Salzkotten ist durch Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der Bürgerinnen und Bürger
jüdischen Glaubens in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft ausgelöscht worden. Während früher eine jüdische Gemeinde am öffentlichen Leben teilhatte, zeugen heute nur noch wenige Spuren von
ihrer einstigen Existenz.
Als Nachgeborene bzw. Angehörige jener Generation, die bei der Vernichtung jüdischen Lebens schuldig geworden
ist, fühlen wir uns verantwortlich, die Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Salzkotten zu erhalten und im öffentlichen Leben unserer Stadt wirksam werden zu lassen.
Jeder Mensch hat die Verpflichtung, jedem seiner Mitmenschen das gleiche Recht zuzustehen, das er für sich in
Anspruch nimmt, und der Person und der Meinung des anderen die gleiche Achtung entgegenzubringen, die er für sich und seine Meinung fordert. Diese Achtung vor dem anderen gilt es, unter Überwindung von
sozialen, politischen, religiösen und rassischen Vorurteilen zu verwirklichen.
Im Jahr 1992 hat die Stadt Salzkotten auf Initiative des Vereins die ehemaligen jüdischen Mitbürger zu einem Besuch
ihrer Heimatstadt eingeladen. Vom 06.09. bis 14.09.1992 waren zehn ehemalige jüdische Mitbürger in Begleitung ihrer Angehörigen Gäste der Stadt Salzkotten.
Parallel zu dem Besuchsprogramm veranstaltete der Verein im Rathaus der Stadt eine Ausstellung über das Leben und Werk
des in Niedertudorf geborenen Pädagogen und Schriftstellers Jakob Loewenberg. Gleichzeitig wurde das Buch Jakob Loewenberg. 1856 - 1929. Erinnerung an sein Leben und Werk veröffentlicht.
Im Herbst 1995 führte der Verein eine Studienreise nach Israel durch.
Im November 2002 ist das Buch Ausgelöscht. Erinnerung an die jüdische Gemeinde Salzkotten erschienen.
Der Verein ist kooperatives Mitglied
Neben diesen Aktivitäten kennzeichnen die Kontaktpflege zu den noch lebenden ehemaligen jüdischen Mitbürger,
regelmäßige Veranstaltungen, die Erforschung und die Dokumentation des jüdischen Friedhofs und das jährliche Gedenken an die Reichsprogrom die Arbeit des Vereins.
Am 04.12.2025 wurde der Verein für seine Arbeit mit dem Heimatpreis der Stadt Salzkotten ausgezeichnet.
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