Verein Judentum in Salzkotten e.V.
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Spuren jüdischen Lebens in Salzkotten lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Bis zum Jahre 1863 erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner Salzkottens mit 143 Personen ihren Höchststand. Danach sank ihre Zahl beständig. Die politisch-rechtliche Situation der Juden war bedingt durch den häufigen Wechsel der territorialen Verhältnisse im 19. Jahrhundert ebenfalls einem ständigen Wandel unterworfen. Die 1719 vom Domkapitel erlassenen Judenordnung schrieb u. a. fest, welche Berufe die jüdischen Einwohner ausüben durften.

Die Verfassung des Norddeutschen Bundes vom 3.7.1869 brachte den Juden endlich ihre rechtliche Gleichstellung. Mit ihr wurden alle Beschränkungen der bürgerlichen Rechte, die aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleitet wurden, aufgehoben.

Im April/Mai 1933 tritt die antisemitische Sondergesetzgebung der Nationalsozialisten in Kraft. Nach einem Fest auf dem Schützenplatz in Salzkotten werfen am 29.6.1934 SA-Männer Steine in die Fenster von vier jüdischen Wohnhäusern und der Synagoge.

Am 10.11.1938 wird die Synagoge in Salzkotten niedergebrannt. Drei jüdische Geschäfte und sechs jüdische Haushalte werden verwüstet und geplündert. 17 Salzkottener Juden werden verhaftet und nach Wewelsburg gebracht, um von dort aus in das KZ Buchenwald deportiert zu werden.

Ab April 1939 werden alle jüdischen Einwohner Salzkottens in sogenannten Judenhäusern zusammengepfercht. Im Frühjahr 1941 gibt es nur noch sechs jüdische Adressen in der Stadt.

Am 10.12.1941 kommt es zur ersten Deportation, der zwei weitere folgen. Die letzte Deportation findet am 28.7.1942 statt. Unter den Deportierten befinden sich auch Isaak Auerbach, der letzte Vorsteher der jüdischen Gemeinde Salzkottens, seine Frau und sein Bruder.